Impfungen

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Warum Impfen?

Impfungen gehören zu den wirksamsten vorbeugenden Maßnahmen der Medizin. Moderne Impfstoffe sind gut verträglich. Schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen werden nur in ganz seltenen Fällen beobachtet, etwa bei einem von 1 Million Patienten. Unmittelbares Ziel der Impfung ist es, den Geimpften vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen, insbesondere wenn eine Therapie schwierig oder gar unmöglich ist. Bei Erreichen hoher Durchimpfungsraten wird schliesslich die Bevölkerung insgesamt geschützt.

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Voraussetzungen

Vor jeder Impfung ist eine ärztliche Beratung notwendig. Nur dokumentierte Impfungen gelten, also Impfbuch mitbringen, auch lose Zettel oder Eintragungen im Karteiblatt beim Arzt gelten. Jede Impfung zählt, auch wenn der Zeitabstand überschritten wird, kann einfach weiter aufgefrischt werden. Die Vorgeschichte der Patientin ist wichtig, ob dauerhafte Erkrankungen, Allergien oder Komplikationen bei früheren Impfungen bekannt sind. Besteht Kinderwunsch?

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Impfreaktionen

Üblicherweise wird in den Oberarmmuskel gespritzt, das gibt die beste Reaktion. An der Einstichstelle kommt es manchmal zu Rötung, Schwellung, leichten Schmerzen, das ist völlig normal; auch erhöhte Temperatur und ein” Grippegefühl” kann auftreten, hier reicht eine Tabl. Paracetamol oder z.B. Aspirin. Treten im zeitlichen Zusammenhang mit einer Impfung schwerere Krankheitssymptome auf, muss unbedingt vom Arzt geklärt werden, ob die Impfung oder eine andere Erkrankung ursächlich ist.

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Kosten

Von der STIKO empfohlene Impfungen werden von der Krankenkasse bezahlt. Bei beruflichem Risiko trägt der Arbeitgeber die Kosten. Reiseimpfungen (Beratung, Impfung und Medikament) sind privat zu bezahlen. Die auf dieser Website aufgeführten Impfungen sind die Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-lnstitut, die auch den Impfkalender für Säuglinge, Kinder und Jugendliche auf dem neuesten Stand hält und Empfehlungen für Reise-lmpfungen herausgibt. Mehr Informationen hierzu erhalten Sie auf den Internetseiten des Robert -Koch-Instituts.

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Polio/ Pertussis

Statt Schluckimpfung wird nun die inaktivierte Yakzine gespritzt (I PV), Auffrischimpfung ist für Mitarbeiter medizinischer Berufe oder in Gemeinschaftsunterkünften und bei Reisen (Türkei, Ägypten …) sinnvoll. Nach insgesamt vier Polio-Impfungen ist der Schutz komplett. Eine Auffrischimpfung gegen Keuchhusten ist für jugendliche sinnvoll, sowie bei Frauen mit Kinderwunsch, bzw. kurz nach Entbindung. Die Familie der Schwangeren sollte vier Wochen vor der Geburt geimpft werden. Eine Kombi-nationsimpfung (Td + IPV +Pertussis mit einer Ampulle) ist möglich. Dank konsequenter Impfstrategie ist Amerika vom Nordpol bis zum Südpol poliofrei.

Impfpass

Td: Tetanus (Wundstarrkrampf)-Diphterie

Schon Bagatellverletzungen können eine Tetanusinfektion auslösen, diese enden in 25% tödlich. Seit der Oiphterieepidemie Anfang der Neunzigerjahre in Osteuropa hat es wieder eine Zunahme auch hier gegeben, Diphterie ist eine sehr schwere Krankheit, die keine Immunität hinterlässt. Nach Grundimmunisierung (3x) sind Auffrischungen ca. alle 10 Jahre bis ins hohe Alter sinnvoll, und zwar kombiniert.

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MMR: Masern-Mumps-Röteln

Eine dokumentierte Grundimmunisierung (2x) reicht auch ohne Nachkontrolle. Eine nicht durchgeführte oder unbekannte MMRImpfung kann im Teenageralter nachgeholt werden, z. B. anlässlich eines Besuchs bei der Frauenärztin. Eine Rötelninfektion in den ersten 18 Schwangerschaftswochen ist wegen der schweren Missbildungen beim Baby besonders gefährlich, daher wird bei der Betreuung einer Schwangeren stets der Rötelnschutz automatisch überpruft. Masern können Früh-und Fehlgeburten auslösen, jedoch keine Missbildungen beim Kind.

 

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HPV Impfung

Humane Papillom Viren (Hochrisiko-HPV Typen) sind die Hauptursache für Gebärmutterhalskrebs. HPV Niedrigrisiko-Typen verursachen Genitalwarzen, keinen Krebs.
Gegen beide Untertypen ist eine frühe Impfung im Teenageralter sehr zu empfehlen.
Nach den aktuellen Empfehlungen ist der Start auf das 9-Lebensjahr vorverlegt worden. Es genügen dann 2 Impfungen im Abstand von 6 Monaten ( ab 14.LJ. 3 Impfungen)

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Hepatitis A und Hepatitis B (Gelbsucht)

Die Übertragung des Virus Typ A geschieht über Schmierinfektion oder Lebensmittel (Schalentiere in Mittelmeerländern!}, Typ B wird über Blut und Sex übertragen, aber auch in unhygienischen Tattoo-oder Piercing-Studios. Hepatitis B ist in winziger Menge oder Verdunnung auf einer kleinen Hautverletzung hochinfektiös. Die Spätkomplikationen einer Erkrankung können chronische Leberentzundung, Leberzirrhose und Leberkrebs sein. Daher ist die Impfung gegenHepatitisBin den Impfkalender für Kleinkinder aufgenommen worden. Die Immunisierung kann im Teenageralter nachgeholt werden (3x}. Für Personal an gefahrdeten Arbeitsplätzen zahlt der Arbeitgeber die Kosten, eine Impfung gegen Hepatitis A an lässlich einer Reise (südlich der Alpen, östlich der Oder} wird nicht von der l<rankenkasse übernommen; eine Kombination A+B (Twinrix} ist sinnvoll.